Hier gibt es die aktuellsten Neuigkeiten von uns ...

15 Jahr Feier

 

Südrand feiert 15jähriges Bestehen

Seit dem Jahr 2004 arbeitet das Südrand-Team erfolgreich mit Jugendlichen zwischen 12 und 23 Jahren in Traisen. Zur Erinnerung: Damals ging die Gemeinde Traisen auf die Problemstellungen und Bedürfnisse von jungen Menschen im Ort ein – Konsum von legalen und illegalen Substanzen, Drogentod eines jungen Erwachsenen, Jugendliche hatten keine Ansprechpartner für ihre Belange. Streetwork in Traisen wurde anfänglich mit zwei SozialarbeiterInnen, die aufsuchend im Ort unterwegs gewesen sind, eingeführt. „Ab Mitte 2005 können wir in Größe und Angeboten von der Einrichtung sprechen, wie wir sie heute vorfinden.“, erklärt Bernhard Zima, Geschäftsführer des Vereins Jugend und Lebenswelt. Das Südrand-Team erweiterte sich und 2005 ist die erste Anlaufstelle in der Ebnerstraße 24 (WAG Siedlung) entstanden. Seit dem Umzug im Jahr 2011 befinden sich die Räumlichkeiten von Südrand in der Mariazellerstraße 49, einem ehemaligen Kaffeehaus, direkt im Ortskern.

Erfolgsrezept Beziehungsarbeit

„Vertrauen entsteht durch gemeinsam verbrachte Zeit und gemeinsame Erlebnisse. So gesehen hilft uns auch Tischfußball und Eis Essen, um zu wichtigen Bezugspersonen für Jugendliche außerhalb von Familie und Freundeskreis zu werden.“, betont Barbara Rieder, Teamleitung von Südrand. Insgesamt 70.200 Kontakte und die vom Südrand-Team aufgebauten Beziehungen zeigen, dass Südrand als Angebot für Jugendliche wahrgenommen wird. „Ältere Jugendliche der Zielgruppe, die nur mehr unregelmäßig an der Einrichtung andocken, kommen, wenn sie Unterstützung benötigen, wieder auf uns zu.“ erzählt Sebastian Steininger vom Südrand-Team.

Von kommunaler Notsituation zum Partner bis zur Bundesebene

Weg vom „Drogenstreetwork“ hin zu Universalansprechpartner für Jugendliche in allen Belangen: 15 Jahre danach ist das Angebot von Südrand etabliert. „Heute ist Südrand ein fester Bestandteil der Traisner Jugendkultur.“ freut sich Bürgermeister Herbert Thumpser. Südrand steht zudem im fachlichen Austausch auf nationaler (Kommunal-, Bezirks- und Landesebene) und europäischer Ebene: ob als BOJA-Projektpartner bei der Entwicklung einer bundesweiten Zeiterfassungssoftware für Offene Jugendarbeit oder als Erasmus+ Gastgeber für Praktikantinnen und den Europäischen Freiwilligendienst (EFD).

Südrand versteht sich als langfristiges, auf Kontinuität in der Beziehung zu Jugendlichen ausgerichtetes, breites Unterstützungsangebot. „Im Mittelpunkt der Tätigkeiten, egal welcher, standen und stehen immer die Jugendlichen.“ betont Herbert Thumpser. „Uns ist besonders wichtig, dass wir jungen Menschen auf Augenhöhe begegnen und das mit Freude und Spaß.“ ergänzt Rieder.

 
 

Politische Handlungskompetenz für junge Menschen

Südrand, die Mobile Jugendarbeit Traisen führt Jugendliche und junge Erwachsene an das Thema Wählen und Demokratie heran.

Wählen ist die grundlegende Form der politischen Beteiligung in einer Demokratie. Mit der Wahlrechtsreform des Jahres 2007 wurde das aktive Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt. Am 26. Mai 2019 finden in Österreich die Wahlen zum Europäischen Parlament statt, wo auch wahlberechtigte junge Menschen ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben dürfen.

Anlass für die Mobile Jugendarbeit Traisen im Rahmen von Probewahlwochen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ihre aktiven Beteiligungsmöglichkeiten am gesellschaftlichen und politischen Leben zu reflektieren und diskutieren. „Junge Menschen haben vor ihrer ersten Wahl in der Regel keine konkrete Vorstellung davon, wie eine Wahl abläuft. Unsicherheit und Nichtwissen sind unter anderem Hemmschwellen, wählen zu gehen.“ erklärt Barbara Rieder. „Wir haben eine Wahlurne sowie eine Wahlkabine gebaut. Schon während dem Bau zeigten sich Jugendliche interessiert, was da entsteht und wir fanden uns in Gesprächen zu Demokratie und Politik wieder.“

Die Probewahlwochen bei Südrand sollen zum Abbau möglicher Hürden beitragen und demokratisches Bewusstsein, nicht nur bei wahlberechtigten jungen Menschen, fördern. Insgesamt zwei Wochen lang konnten Jugendliche in der Wahlkabine von Südrand ihre Stimme abgeben. Mithilfe von Materialien zur EU-Wahl der Jugendinfos Österreich wurde das Thema auch altersgerecht aufbereitet. „Jugendliche brauchen politische Handlungskompetenz. Demokratisches Bewusstsein ist eine Grundhaltung, die im Alltag vorgelebt werden muss.“ ergänzt Rieder.

Foto: Südrand

 
 

Graffiti-Kunstwerk für die Bahnhaltestelle

Südrand, die Mobile Jugendarbeit Traisen, hat gemeinsam mit Jugendlichen und mit Unterstützung der regionalen Graffiti-Künstlerin Sandkorn Deluxe (Rita Maier) die Fahrradnische der ÖBB-Haltestelle „Traisen Markt“ neu gestaltet. Bereits 2010 wurde diese erstmals gemeinsam mit Jugendlichen bunt gestaltet.

Das Projekt unter dem Titel „Restyle Traisen Markt 2.0“ erfolgte in mehreren Etappen. Im Herbst 2017 gab es die ersten Vorgespräche zu einer Neugestaltung sowie eine Begehung vor Ort mit Vertretern der ÖBB. In mehreren Workshops mit der Künstlerin Sandkorn Deluxe aus Marktl wurden gemeinsam mit Jugendlichen Ideen für eine Neugestaltung gesammelt und ein Entwurf inkl. Farbkonzept für ein Graffiti erarbeitet. Wesentliche Grundelemente des vorherigen Motivs sind erhalten geblieben und erhielten ein neues Design. Ausbesserungsarbeiten des Untergrunds sowie das Anfertigen von Stencils (Vorlagen) für das Graffiti sind in der Vorbereitung gemeinsam mit Jugendlichen umgesetzt worden und nach vielen Arbeitsstunden konnte das Motiv endlich an die Wand gebracht werden.

Im Zuge der Arbeiten wurde ebenso auf das Thema „klimafreundliche Mobilität“ Bezug genommen. Das Projekt „Restyle Traisen Markt 2.0“ ist in Kooperation mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus im Rahmen von klimaaktiv mobil umgesetzt worden. „Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung der ÖBB und mit klimaaktiv mobil die Fahrradnische neu gestalten durften.“ bedankt sich Barbara Rieder. Das Kunstwerk kann jederzeit besichtigt werden.

Fotocredit: Südrand

 
 

„work in progress“ - Kunst auf Karton

Das fast fünfzehn Meter lange Wandbild „Work in Progress“ auf dem Recycling-Material Karton, ist das Resultat eines partizipativen Sommerprojektes. Initiiert und angeleitet wurde dieses Projekt von Marianne Plaimer, einer Kunstpädagogin. In einer Zusammenarbeit von Südrand, der mobilen Jugendarbeit Traisen, und Comedor del Arte, dem Begegnungsraum in Hainfeld, bildete sich in drei Wochen eine Art „Ateliergemeinschaft“, in der eine wachsende Collage aus gezeichneten, gemalten und gesprühten Motiven entstanden ist. Dreiundvierzig Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben sich in dem Wandbild zum Ausdruck gebracht. Der fast vierzehn Jahre alte D. malte mit enormen Ehrgeiz einen Feuerwehrlöschwagen bis in kleinste Details auf den Karton – er ist bei der Jugendfeuerwehr und LKW-Fan. Ein Hubschrauber kreist über einem Boot, in dem Särge geladen wurden, aus den Wolken regnet es Blut. Herr M. hat einen gescheiterten Fluchtversuch dargestellt. Die zweiundneunzigjährige Frau P. malte filigrane Blüten, von denen keine der anderen ähnelt. Und je länger und genauer man das Bild betrachtet, desto mehr wird man entdecken. Es funktioniert wie ein Wimmelbild und lässt direkte Bezüge zur Lebenswirklichkeit aller am Projekt Beteiligten zu. Die Arbeit mit künstlerischen Medien wie Film, Musik, Tanz, Theater oder auch bildnerischen Gestalten bietet Menschen einen Rahmen, in dem sie ihre Alltags- und Lebenserfahrungen ausdrücken können.

Marianne Plaimer hat bereits mehrere Kunstprojekte in Kooperation mit Südrand, der Mobilen Jugendarbeit Traisen, umgesetzt wie die Jugendraumschaffung 2010, MAKE SOMETH!NG 2011, Traisen4Ever 2013, Avatare aus Abfallkarton 2016 sowie Graffiti-Kunstwerke auf Karton 2017.

„Work in Progress“, die Collage auf Karton, ist bereits im Rahmen eines Abschlussfestes im Kultursaal Hainfeld der Öffentlichkeit präsentiert worden und ist im Volksheim in Traisen ausgestellt worden. Es hat auch schon einen potentiellen Interessenten in der Region gefunden.

Fotocredit: Marianne Plaimer

 
 

Südrand erhält Auszeichnung für Jugendmobilitätsprojekte

Südrand – Mobile Jugendarbeit Traisen ist am 29.11.2016 bei der internationalen Jugendkonferenz zu Umwelt, Gesundheit und Mobilität und im Rahmen des 6. Treffens der Europäischen Umwelt- und Gesundheits- Task Force der Weltgesundheitsorganisation WHO für die klimaaktiv mobil Sonderfinanzierungsprojekte ausgezeichnet worden.

Südrand setzt seit 2013 klimaaktiv mobil Sonderfinanzierungsprojekte zum Thema Jugendmobilität und Klimaschutz um:

  • 2013 „Pimp your bike“: Fahrradreparatur-Workshop am Sportplatz des WSV Traisen und Überprüfung, ob die Mindestausstattung des Fahrrades den Richtlinien der Straßenverkehrsordnung (StVO) entspricht.
  • 2015 „Komm Südrand – Gemma Öko“: mehrere Aktivitäten zum Thema Jugendmobilität und Klimaschutz wie bspw. Kochen mit regionalen und biologischen Produkten, klimafreundliche Ausflüge, Öko-Survival-Camp.
  • 2016 „Girlpower – Mädls machen mobil“: verschiedene Aktivitäten zu umweltfreundlicher Mobilität und Klimaschutz speziell auf Mädchen ausgerichtet, da diese in Traisen kaum im öffentlichen Raum anzutreffen sind wie bspw. klimafreundliche Freizeitgestaltung (Ausflüge, Aktivitäten innerhalb des Gemeindegebietes zu Fuß, Mobilitätsralleys – Action Bounds), Workshop „Mein Mobilitätsverhalten“.

„Als kleine Einrichtung der offenen Jugendarbeit und gerade im Jahr der Jugendarbeit 2016, welches von den hauptverantwortlichen Jugendpolitikern und Jugendpolitikerinnen Österreichs, also Jugendministerin Sophie Karmasin und den Jugendlandesräten ausgerufen wurde, um zu zeigen welchen Beitrag außerschulische offene Jugendarbeit zur Österreichischen Gesellschaft leistet, ist diese Auszeichnung etwas Besonderes für uns.“ erklärt Barbara Rieder, die Teamleiterin von Südrand, stolz. Außerschulische offene Jugendarbeit ist neben Familie, (Aus-)Bildungseinrichtungen und Kinder- und Jugendhilfe eine wichtige Säule, die Jugendlichen Sicherheit bietet, sie fördert und stärkt. Die MitarbeiterInnen von Südrand begleiten Jugendliche in deren Lebenswelten, ihre jeweiligen Herausforderungen anzupacken und ihre Lebenssituationen zu verbessern.

Fotostrecke zur Auszeichnungsveranstaltung